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Buckminster Fuller and Ron Resch

Ü1 FALTUNG
„es kömmt auf gewohnheit, übung, neigungen, gemütsbeschaffenheit, winkel und falten 
der seele an, wohin die aufmerksamkeit bei erblickung eines gegenstandes sich lenken soll“
aus: Jakob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch, 1854

Raum und Körper sind dreidimensional und werden durch ihre Grenzen bestimmt- durch Flächen, Ecken und Kanten. Es ist eine vornehmliche Aufgabe in der Architektur dreidimensional zu denken und räumliche Objekte zu entwerfen.  Die Konzepte werden zeichnerisch entwickelt, skizziert und zweidimensional in Grundriss, Ansicht und Schnitt dargestellt, parallel dazu wird im Modell probiert und getestet. 
Die Übung soll Ihnen ein erstes Gefühl für den ständigen Wechsel von zweidimensionaler und dreidimensionaler Darstellung beim Entwerfen geben. 

Vorgehensweise und Arbeitsmaterialien
Aus einem Karton (weiss 70x100) wird durch Schneiden, Falten und Fügen ein Objekt entwickelt, welches seine dreidimensionale Struktur zeigt. Das kann sich auch zart zeigen. Dabei geht es z.B. um ein spannungsvolles Verhältnis von offenen zu geschlossenen Flächen, der Wirkung von Licht und Schatten, um Durchblicke und Einblicke. Aber es geht auch um eine angemessene Stabilität. Oberflächenspannung entsteht nur durch eine materialgerechte Bearbeitung des Papiers. Es sollen keine Verschnittflächen entstehen und verzichten Sie auf Klebestoff. 
Stellen Sie das Ergebnis zeichnerisch in einer Art Schnittbogen dar, um den Prozess des Faltens, Schneidens und Knickens bis zum Objekt nachvollziehbar zu machen. Das Objekt kann gestellt oder auch an mindestens zwei Punkten hängend präsentiert werden. Es kann eine sich wiederholende dreidimensionale räumliche Struktur zeigen oder auch einen Objektcharakter haben. Das ist entwurfsabhängig und bleibt Ihnen überlassen. Denken Sie nach, was sie erreichen wollen. Probieren Sie im Kleinen aus, Experimentieren Sie!  Entwerfen ist ein Prozess. Bauen Sie Ihre Ideen zunächst als kleine Modelle. Das wird Ihnen helfen, das Materialverhalten und die Objektwirkung in der dritten Dimension zu prüfen und weiter zu entwickeln.

Eduardo Chillida, Ringsum V, 1968

Ü2 KREATIVE ANALYSE
Ausgangspunkt
Im Rahmen unseres Fachs Gebäudelehre thematisieren wir in dieser Übung die Analyse von Architektur und konzentrieren uns auf den Typus: das Museum. Als Studenten des ersten Semesters bauen Sie  im Rahmen des Fachs Wechselwirkung ein Modell/Modellausschnitt 1:50 eines vorhandenen Museums. Damit hat jeder von Ihnen ein konkretes, gebautes Museum in Bearbeitung, das auch Gegenstand Ihrer Analyse wird. Es geht darum, die Besonderheiten des Gebäudes anhand bestimmter Merkmale zu erkennen und mit diesen Charakteristika weiter zu arbeiten. Wichtig sind in erster Linie die inneren Raumbezüge, die Art der Raumabfolge und die Lichtführung, die den Weg durch das Gebäude begleiten und lenken. 

Aufgabe
Analysieren Sie Grundriss und Schnitt des vorliegenden Museums. Achten Sie darauf, wie die Räume der Ausstellung miteinander verbunden sind oder wie sie sich voneinander abgrenzen. Wie funktioniert die innere Organisation des Hauses und welche Abhängigkeiten und Verhältnisse ergeben sich daraus? Untersuchen und analysieren Sie folgende Begriffe:
Weg- Raumabfolge, Außenraum- Innenraum, Licht- Dunkel (geschlossene Fläche zu offener Fläche), Höhe- Tiefe- Länge (Proportionen), Farbe- Material, Raum- Zwischenraum, Positiv- Negativ. Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Erkenntnisse in Zeichnungen darstellen können. Probieren Sie aus, verwerfen Sie, entscheiden Sie sich. Jede Zeichnung hat auch ihren Eigenwert. Ausgehend von der Analyse entwickeln Sie anschließend ein eigenes Thema. Ihre Interpretation des Museums stellen Sie in Form eines Konzeptmodells dar.

Stephen Craig, Transportable Pavilion, 1996

Ü3 DREI RÄUME FÜR DIE KUNST
Ausgangspunkt
Das Entwerfen ist ein komplexer Vorgang. Bei jedem Entwurfsprozess geht es darum, die Vorgaben zu interpretieren und für sich ein Thema zu formulieren, das sich in ein räumliches Konzept umsetzen lässt.

Thema
Diese Übung thematisiert das räumliche Entwerfen mit Konzentration auf den Innenraum und die gesamte Erscheinung des Gebäudes. Wir entwickeln Körper und damit gleichermaßen Raum. Masse und Leere sind dichotome Erscheinungsformen. Räume werden in Beziehung zueinander erlebt. Ihren Charakter erhalten sie durch Proportionen und Öffnungen. Die Stimmung eines Raumes wird durch Licht und Schatten bestimmt.

Aufgabe
Für drei ausgewählte Kunstwerke aus den Hannoveraner Institutionen, Museen und Galerien, sollen drei spezifische Räume entworfen werden: ein Raum für eine Bildgruppe, ein Raum für eine Skulptur (auch möglich im Patio, auf der Dachterrasse, o.a.) und ein Raum für eine Lichtinstallation oder Projektion. Ausgangspunkt für das Ausstellungsgebäude ist ein Baukörper mit einem Richtwert für das Volumen von ca. 1.000 m³. In diesem Volumen sollen diese drei spezifischen Räume für die Kunstwerke entwickelt und positioniert werden. Dabei soll die räumliche Reaktion auf die Ausstellungsobjekte ein eigenes architektonisches Thema definieren. Mit der Positionierung und Proportionierung der Räume werden gleichzeitig auch die Zwischenräume und eine Wegeführung formuliert. Bearbeiten Sie auch den Übergang von außen nach innen, das Entree des Gebäudes. Das Gebäude muss sich über mindestens zwei Ebenen entwickeln.