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NEUE STADTBAUSTEINE FÜR DAS STEINTOR

Intakte Straßenzüge und Plätze innerhalb einer Stadtstruktur stehen immer in Abhängigkeit der städtebaulichen Setzung. Betrachten wir die jetzige Gestaltung des Steintors in Hannover, fällt auf, dass der Ort im Stadtraum wenig gefasst ist und durch die flankierende zweigeschossige Bebauung der sechziger Jahre in seinem Stadtgefüge undefiniert bleibt. Gleichzeitig zeigt sich das Steintor als spannungsreicher und urbaner Ort mit einem hohen Grad an Heterogenität.

Als einstiger nördlicher Stadteingang des 13.Jhd. findet die prägende Struktur des Steintors ihren Ausgangspunkt Anfang des 19.Jhd. mit der Laves’schen Planung der Stadtachsen. Es entsteht der Gelenkpunkt der klassizistischen Ringboulevards von Georgen- und Goethestraße. Gezeichnet wird der Stadtgrundriß zusätzlich durch den Straßendurchbruch der Nordmannstraße mit dem prägnanten Abschlusses des Anzeigerhochhauses von Fritz Höger. Nach der weitreichenden Zerstörung im zweiten Weltkrieg wird die ehemals dichte Blockrandbebauung am Steintor nicht wieder aufgebaut. Eine Wiederherstellung erfolgt als ‚auflockernde’ Umstrukturierung mit Schwerpunkt des Hauptstraßennetzes, es entsteht ein vom Verkehr dominierter Stadtraum. In den 80er Jahren reduziert man die Straßenfläche zu Gunsten von Fußgängerzonen. Ein städtebauliches Konzept sieht aus der Blockhöhe herausragende Bauten vor, die teilweise z.B. von F.O.Gehry umgesetzt wurden. Auch neue Kultureinrichtungen und Umnutzungen vorhandener Bausubstanzen zeigen eine Revitalisierung. Doch die Platzgestaltung an sich zeigt noch die halbkreisförmige Markierung und stellt sich wenig stadträumlich dar.

Zu erarbeiten ist eine städtebauliche Setzung zur Neuordnung und Umformulierung der gegebenen Struktur. Dabei diskutieren wir den derzeitigen vorgegebenen Masterplan, der die Bebauung des Steintors mit zwei Baukörpern vorgibt, die in unterschiedlicher Weise auf die Standortbedingungen reagieren. Zu überprüfen sind, wie diese Baukörper verändert, ergänzt oder verifiziert werden können, um eine ersichtlich stadträumliche Neukonzeption zu erzielen und ob oder inwieweit ein neuer Platz entstehen kann. Dabei geht es nicht um eine Rekonstruktion des historischen Stadtraums, sondern um eine prägnante Setzung zur Neudefinierung des Stadtgefüges am Steintor.

Nach der städtebaulichen Setzung vertiefen wir uns im Gebäudeentwurf auf einen der entwickelten Stadtbausteine. Die Nutzung dreht sich primär um das Thema Einkaufen. Zu erörtern ist, ob hier die klassische Kaufhaustypologie, mit dem Vorbild des KaDeWes in Berlin oder des Harrods in London ein Wiedererwachen erleben oder eine Art Passage mit einzelnen Geschäften etabliert werden kann. Zu kombinieren ist das Thema des Kaufens optional mit einer Wohnnutzung.